
Ultrahuman Ring Air im Test: Der Smart-Ring, der viel will und (zu viel) liefert
Inhalt
- Fazit zum Test des Ultrahuman Ring Air
- Ultrahuman Ring Air im Test: Die wichtigsten Infos zum Smart Ring
- Ultrahuman Ring Air vs. Samsung Galaxy Ring vs. Oura Ring 4
- So habe ich den Ultrahuman Ring Air getestet
- Design & Komfort: Leicht und komfortabel, aber kratzanfällig
- App & Einrichtung: Kompatibel mit Android und iOS
- Hardware & Software: Will viel – zu viel?
- Gesundheitstracking: Trackt Dinge, von denen du noch nie gehört hast
- Schlaftracking: Großer Fokus auf Erholungsparameter
- Fitnesstracking: Keine Alternative zur Smartwatch
- Akkuleistung getestet: Im guten Mittelfeld
- Zusammenfassung zum Test des Ultrahuman Ring Air: Für Biohacker und Zahlen-Fans
- Alternativen zum Ultrahuman Ring Air – alle mit guten Testergebnissen
- Ultrahuman Ring Air im Test: Häufige Fragen beantwortet

TURN ON
Der Ultrahuman Ring Air ist ein Smart-Ring mit umfangreicher Ausstattung von Herzfrequenz bis Koffeinfenster. Ob er mit seiner Feature-Flut überzeugt, liest du in meinem Erfahrungsbericht.
Zur Autorin: Franzi trägt seit mehr als 10 Jahren Smartwatches und hat schon viele verschiedene Wearables getestet, darunter auch Smart-Rings. Sie schreibt seit 2014 für TURN ON und interessiert sich vor allem für Wearables, Kopfhörer und Drohnen.
Fazit zum Test des Ultrahuman Ring Air
Der Ultrahuman Ring Air ist ein sehr gut ausgestatteter Smart-Ring, der enorm viele Daten bis hin zu "Koffeinfenster" und "Sozialer Jetlag" erfasst und analysiert. Damit kann er Anfänger in meinen Augen überfordern. Ich empfehle das Wearable vor allem Biohacking-Fans und Selbstoptimierern, die mit der Vielzahl der Daten etwas anfangen können.
Mir gefallen der Tragekomfort und die präzisen Erholungs- und Schlafanalysen, die wertvolle Einsichten liefern. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Ring ohne zusätzliches Abo auskommt. Zudem ist er mit Android und iOS kompatibel.
Weniger gefallen mir die Vielzahl an App-Benachrichtigungen und das eher umständliche und wenig umfassende Sporttracking. Hier kann der Ultrahuman Ring Air nicht mit einer Smartwatch mithalten. Außerdem ist mir der Ring im Test beim Krafttraining mit Hanteln zerkratzt.
Vorteile und Nachteile des Ultrahuman Ring Air
Vorteile
- leicht und angenehm zu tragen
- präzise Erholungs- und Schlafanalyse
- viele speziellere Funktionen durch PowerPlugs
- keine Abopflicht wie beim Oura Ring
- kompatibel mit Android und iOS
Nachteile
- kratzanfällig
- App kann überfordern (Menge an Daten und fehlende Übersetzungen)
- Sporttracking teils ungenau
- App schickt zu viele Benachrichtigungen
Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten
Ultrahuman Ring Air im Test: Die wichtigsten Infos zum Smart Ring
Der Ultrahuman Ring Air ist ein Wearable mit Fokus auf Schlaf und Erholung. Aber auch Aktivitäten lassen sich mit dem Smart-Ring tracken. Mithilfe von Sensoren erfasst er eine Vielzahl an Gesundheits- und Fitnessdaten, zudem ermittelt das Wearable auch ungewöhnlichere Metriken wie die Sonnenexposition/Vitamin-D-Bildung und liefert Informationen zum zirkadianen Rhythmus, deinem natürlichen biologischen Takt oder deiner „inneren Uhr“. Auf Basis dieser Daten gibt die zugehörige App individuelle Tipps.
Der Ultrahuman Ring Air ist in den US-Ringgrößen 5 bis 14 und 6 verschiedenen Farben erhältlich. Er ist bis 100 Meter Tiefe wasserdicht und wiegt – je nach Größe – 2,4 bis 3,6 Gramm. Die Akkulaufzeit beträgt laut Hersteller 4 bis 6 Tage.
Die folgende Tabelle vergleicht den Ultrahuman Ring Air mit dem Samsung Galaxy Ring und dem Oura Ring 4.
So habe ich den Ultrahuman Ring Air getestet
Ich habe den Ultrahuman Ring Air 3 Wochen lang fast rund um die Uhr getragen – zu den wenigen Ausnahmen komme ich im anschließenden Testbericht. In diesem Zeitraum war ich zunächst eine Woche krank, danach aber regelmäßig aktiv, zum Beispiel beim Spazieren, auf dem Laufband oder beim Krafttraining. Die zahlreichen Gesundheits-, Schlaf- und Fitnessdaten habe ich mit meiner zeitgleich getragenen Sportuhr Garmin Forerunner 970 verglichen.
Um möglichst viele Funktionen zu testen, habe ich den Ring im „Turbo-Modus“ genutzt. Dieser betreibt alle Sensoren mit voller Leistung für kontinuierliches, ganztägiges Tracking und liefert die meisten Daten – steigert aber auch den Energieverbrauch im Vergleich zum standardmäßig aktivierten „Chill-Modus“.
Weder der Hersteller Ultrahuman noch MediaMarkt haben auf meinen redaktionellen Praxistest Einfluss genommen. Im Folgenden erfährst du meine Eindrücke von verschiedenen Aspekten des Ultrahuman Ring Air.

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Design & Komfort: Leicht und komfortabel, aber kratzanfällig
Der Ultrahuman Ring Air ist nach dem Samsung Galaxy Ring bereits der zweite Smart-Ring, den ich teste. Und wie beim ersten Mal war ich überrascht, wie leicht der Ring trotz seiner Größe ist. Smarte Ringe sind nicht zu vergleichen mit Schmuckringen. Sie bestehen in der Regel aus leichtem Titan, so auch der Ultrahuman Ring Air. Je nach Ringgröße wiegt er nur 2,4 bis 3,6 Gramm.

Samsung Galaxy Ring im Praxistest: Der bessere Fitnesstracker?
Kann der Samsung Galaxy Ring deinen Fitnesstracker oder deine Smartwatch ersetzen? Das erfährst du in meinem Test. Ring frei!
Mehr erfahren über Samsung Galaxy Ring im Praxistest: Der bessere Fitnesstracker?Das geringe Gewicht hat meiner Meinung nach einen großen Anteil am Tragekomfort. Nachts hat mich der am Zeigefinger getragene Smart-Ring überhaupt nicht gestört, und auch im Alltag habe ich ihn schnell vergessen. Nur beim Waschen und Eincremen habe ich ihn gemerkt. Trotz seiner Breite von 8,1 Millimetern und einer Dicke von rund 2,5 Millimetern drückt der Ring nicht an den anderen Fingern.
Die Sensoren des Smart-Rings sitzen an der Innenseite und sind mit hypoallergenem Epoxidharz überzogen. Das erlaubt einen Blick auf die Technik im Inneren und ist gleichzeitig angenehm weich am Finger. Übrigens sollte der Ring für optimale Messergebnisse mit den Sensoren auf der Seite der Handfläche getragen werden. Der Samsung Galaxy Ring ist dafür mit einem kleinen Strich auf der entsprechenden Seite versehen. Beim Ultrahuman Ring Air gibt es dagegen äußerlich keinen Hinweis auf den richtigen Sitz.

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Es stehen 10 Ringgrößen (von US-Größe 5 bis 14) und 6 verschiedene Farben zur Auswahl. Ich habe den Ring in der Größe 7 in der Farbe Matte Grey getestet. Die Oberfläche ist laut Hersteller durch eine Beschichtung aus Wolframkarbid und Kohlenstoff geschützt, was sie widerstandsfähig gegen tägliche Abnutzung machen soll.
Die ersten zwei Wochen zeigte sich der Ultrahuman Ring Air auch unbeeindruckt von allen Alltagstätigkeiten. Das änderte sich jedoch beim ersten Krafttraining mit Langhantel. Die Hantelstange hat leider erste Kratzer auf der schönen matten Oberfläche des Rings hinterlassen.

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Obwohl der Smart-Ring bis 100 Meter wasserdicht ist, habe ich ihn nach der ersten Testwoche zum Duschen und Händewaschen konsequent abgenommen. Zuvor blieb immer wieder Wasser zwischen Ring und Finger zurück, das meine Haut dann angegriffen hat. Sie sah dadurch aus, als wäre ich zu lange in der Badewanne gewesen.
App & Einrichtung: Kompatibel mit Android und iOS
Für die Einrichtung des Smart-Rings benötigst du die Ultrahuman-App, die es für iOS und für Android gibt. Der Ring ist mit beiden Betriebssystemen kompatibel. Zur Inbetriebnahme muss sich der Ultrahuman Ring Air auf dem mitgelieferten Ladepad befinden und sollte idealerweise eine halbe Stunde geladen worden sein. Dann kannst du den Ring einfach per Bluetooth mit dem Smartphone koppeln und dir ein Profil in der zugehörigen App anlegen.

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Die App ist die Anlaufstelle für alle Daten, die der Smart-Ring sammelt. Der Ring selbst hat weder ein Display, noch kann er durch Blinken oder Vibrieren irgendeine Form von Benachrichtigung wiedergeben. Mehr zu den App-Inhalten erfährst du im folgenden Abschnitt.
Hardware & Software: Will viel – zu viel?
Der Ultrahuman Ring Air besitzt verschiedene Sensoren und LEDs fürs Tracking von Gesundheits-, Aktivitäts- und Schlafdaten:
- PPG-Sensor (Infrarot-Photoplethysmographie-Sensor): Der optische Sensor sendet über rote, grüne und Infrarot-LEDs Licht aus und misst reflektierte Lichtsignale. Diese ändern sich mit dem Puls. Der Sensor bildet die Grundlage, um Werte wie Herzfrequenz und Blutsauerstoffsättigung zu messen.
- 6-Achsen-Bewegungssensoren: 3-Achsen-Beschleunigungssensoren messen lineare Beschleunigungen (zum Beispiel bei Schritten), und ein 3-Achsen-Gyroskop erkennt sogenannte rotationale Bewegungen wie beispielsweise Drehen und Neigen.
- Hauttemperatursensor: Der Hauttemperatursensor misst die Hauttemperatur am Finger standardmäßig alle 5 Minuten. Im Schlaf oder bei Erholung wird die Sampling-Rate für eine höhere Präzision auf 30-Sekunden-Intervalle erhöht. Die Hauttemperatur hängt mit der Körperkerntemperatur zusammen, die sich im Tagesverlauf oder im Verlauf des Menstruationszyklus verändert.
Diese Sensoren bilden die Basis für alle Trackings, Analysen und Berichte, die du in der Ultrahuman-App finden kannst.

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Und davon stellt die App eine ganze Menge zusammen. Auf der Startseite findest du zunächst einen „Schnappschuss“ des aktuellen Tages mit einer Übersicht getrackter Daten. Im Anschluss folgen Kernmetriken mit detaillierteren Analysen zu einzelnen Vitalwerten. Darunter finden sich dynamische Metriken, zum Beispiel das sich stetig verändernde Stresslevel.
Dann kommen sogenannte PowerPlugs – modulare Erweiterungen für spezielle Insights wie ein Bildschirmzeit- oder Schwangerschaftstracking, die du auf Wunsch hinzufügen kannst. Darunter noch einmal Einsichten zu Vitalwerten, anschließend sogenannte Zonen für Community-Features und zu guter Letzt eine Timeline mit manuell eingetragenen oder über verbundene Apps (wie Strava oder Garmin Connect) getrackte Daten.
Übrigens: Im Gegensatz zum Oura Ring kommt der Ultrahuman Ring Air zwar ohne Abopflicht aus. Allerdings gibt es einige optionale PowerPlugs, die monatlich Geld kosten. Dazu zählen etwa ein Plug für Atemgesundheit, der nächtliche Atemmuster und Schnarchen genauer erfasst, oder ein Plug für eine nächtliche Überwachung des Herzrhythmus zur Erkennung von frühen Anzeichen für Vorhofflimmern.

Ultrahuman/Screenshots: TURN ON
Mithilfe dieser PowerPlugs kannst du dir das App-Erlebnis und den Nutzen des Smart-Rings einerseits gut personalisieren, aber andererseits auch schnell überfrachten. Zu Testzwecken habe ich möglichst viele der kostenlosen Plugs aktiviert, was das Scrollen durch die Übersichten ziemlich zeitintensiv macht. Außerdem bekommst du die Quittung in Form von Smartphone-Benachrichtigungen.
Die Ultrahuman-App ist an sich bereits sehr mitteilungsfreudig. Du bekommst Push-Benachrichtigungen aufs Handy, wenn neue Analysen bereitstehen, wenn der Ring der Meinung ist, dass du dich mal wieder bewegen solltest, und wenn der Akkustand unter einen bestimmten Wert fällt.
Jedes PowerPlug fügt dann weitere Benachrichtigungen hinzu, zum Beispiel beim Start eines neuen Tagesabschnitts laut deinem zirkadianen Rhythmus. So summierte sich die Anzahl der Benachrichtigungen im Test auf 15 bis 20 pro Tag – für mich eindeutig zu viel. Eine Möglichkeit, die Anzahl zu reduzieren, bietet die App nicht.
Nützlich fand ich vor allem den PowerPlug Koffeinfenster. Damit konnte ich meinen täglichen Kaffeekonsum tracken und im Tagesverlauf verfolgen, wie viel Restkoffein noch im Körper verbleibt. Die App informiert dann, wenn es Zeit ist, den Kaffeekonsum einzustellen, um bis zur Nacht unter einen bestimmten Schwellenwert zu kommen.

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Ein weiterer Schwachpunkt der Ultrahuman-App ist wiederum die Übersetzung. Dass die App weder Umlaute noch das „ß“ kennt, finde ich persönlich nicht schlimm. Allerdings ist die Übersetzung ins Deutsche teils unvollständig oder unglücklich (beispielsweise die Bezeichnung der unterschiedlichen zirkadianen Phasen mit „Phasenvorschub“ oder „Phase tot“).
Je weiter du dich in die Detailanalysen klickst, desto wahrscheinlicher findest du gar keine Übersetzung mehr vor. Viele Erklärtexte zu ermittelten Werten gibt es nur auf Englisch.

Ultrahuman/Screenshots: TURN ON
Gesundheitstracking: Trackt Dinge, von denen du noch nie gehört hast
Wie eben schon angeklungen ist, trackt und ermittelt der Ultrahuman Ring Air eine große Anzahl an Gesundheitsdaten:
- Herzfrequenz
- Herzfrequenzvariabilität (HRV)
- Ruheherzfrequenz
- Blutsauerstoffsättigung (SpO2)
- Blutfluss-Glätte (Regelmäßigkeit des Pulssignals)
- Atemfrequenz
- Hauttemperatur
- Dynamic Recovery Score (Echtzeitwert – berücksichtigt HRV, Temperatur, Stress und Schlaf)
- Stress-Rhythmus
- Erholung
- Ultra Age (berücksichtigt Gehirnalter und Pulsalter)
- zirkadianer Rhythmus
Zusätzliche PowerPlugs liefern zum Beispiel Informationen zur Sonnenexposition und zur Vitamin-D-Bildung im Körper, zu unterschiedlichen Phasen des Menstruationszyklus, zum täglich empfohlenen Koffeinfenster sowie zum sozialen Jetlag, womit die Störung des zirkadianen Rhythmus durch unterschiedliche Schlafroutinen an Arbeits- und Wochenendtagen gemeint ist.
Der Ultrahuman Ring Air ermittelt damit deutlich mehr Daten als viele andere Smart-Rings wie etwa der Samsung Galaxy Ring.

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Zur Genauigkeit vieler dieser sehr speziellen Werte kann ich keine Einschätzung geben, da ich keine Referenzwerte habe. Bei den Basisdaten wie Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Ruheherzfrequenz und Hauttemperatur zeigte der Ultrahuman Ring Air im Test zwar einige Abweichungen zum Garmin Forerunner 970, allerdings stimmten die Trends in der Regel überein. Als ich krank war, sank die Herzfrequenzvariabilität bei beiden Geräten, die Ruheherzfrequenz stieg. Hinterher kehrte sich der Trend wieder um.
Grundsätzlich lagen Smart-Ring und Sportuhr beim Tracking von Herzfrequenz und anderen Basisdaten in Ruhe näher beieinander, bei Aktivitäten gab es deutlichere Abweichungen.
Schlaftracking: Großer Fokus auf Erholungsparameter
Zur Stärke der meisten Smart-Rings zählt das Erholungs- und Schlaftracking. Da die Gadgets kein Display besitzen, eignen sie sich in der Regel weniger zum Tracken von Aktivitäten als Sportuhren oder Smartwatches. Dafür punkten sie mit unauffälligem und präzisem Schlaftracking.
Da die Finger stärker durchblutet sind als das Handgelenk, können smarte Ringe wie der Ultrahuman Ring Air theoretisch sehr präzise Daten liefern – optimalen Sitz vorausgesetzt.
Der Ultrahuman Ring Air erfasst nachts eine Reihe von Parametern, auf deren Basis du morgens einen Schlaf-Score auf einer Skala von 1 bis 100 mitgeteilt bekommst. Mit einfließende Parameter sind:
- Gesamtschlaf
- Zeit im Bett
- Schlafeffizienz
- Temperatur
- Ruhe
- Konsistenz
- HF-Abfall
- Timing
- erholsamer Schlaf
Du bekommst in der App Übersichten über die Zeit, die du in den verschiedenen Schlafphasen (Tiefschlaf, leichter Schlaf, REM-Schlaf, wach) verbracht hast, über die Anzahl der durchlaufenen Schlafzyklen, deine Herzfrequenz, die Herzfrequenzvariabilität, die Häufigkeit des Hin- und Herwälzens, die durchschnittliche Sauerstoffsättigung, die Hauttemperatur und die morgendliche Wachsamkeit.

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Wichtiger als die Werte an sich finde ich, dass die App Trends gut darstellt. Werte, die sich im Verlauf verschlechtern und Aufmerksamkeit bedürfen, werden rot dargestellt, Verbesserungen und optimale Werte hingegen grün. So lässt sich auf einen Blick erkennen, woran du arbeiten kannst.
Tippst du den entsprechenden Wert an, bekommst du tiefere Einblicke und Erklärungen, welche Faktoren Einfluss auf diesen Wert haben – teilweise allerdings wieder auf Englisch.
Im Vergleich zur Garmin-Sportuhr Forerunner 970 gab es auch beim Schlaftracking einige Abweichungen im Test, vor allem bei der Dauer der verschiedenen Schlafphasen. Allerdings stimmten die Trends auch hier insgesamt überein. Beide Wearables merkten, wenn ich eine Nacht schlechter geschlafen habe, und informierten mich dann beispielsweise über einen Anstieg der Atem- und Ruheherzfrequenz und einen Abfall der Herzfrequenzvariabilität.

Ultrahuman/Garmin/Screenshots: TURN ON
Um einen grundsätzlichen Überblick über das eigene Schlafverhalten zu bekommen und einzelne Parameter zu verbessern, ist ein Smart-Ring wie der Ultrahuman Ring Air in meinen Augen mindestens genauso gut geeignet wie eine Smartwatch – aufgrund des Tragekomforts vielleicht sogar noch etwas besser.
Fitnesstracking: Keine Alternative zur Smartwatch
Wo Smart-Rings meiner Meinung nach aber nicht mit Smartwatches mithalten können, ist das Fitnesstracking. Zwar kann der Ultrahuman Ring Air unterschiedliche Sportarten tracken und erkennt einige sogar automatisch. Allerdings bist du für ein Live-Feedback während des Trainings auf das verbundene Smartphone angewiesen. Darauf kannst du dir theoretisch ansehen, in welcher Herzfrequenzzone du gerade trainierst.
Das automatische Erkennen von Spaziergängen hat im Test okay funktioniert. Die App meldete sich im Nachhinein mit einem Vorschlag, den ich annehmen oder verwerfen konnte. Die registrierte Dauer der Aktivität weichte aber immer etwas von der tatsächlichen Dauer ab – getrackt wurde somit nur ein kürzerer Spaziergang.

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Wenn du ein Work-out planst, kannst du es vorher manuell in der App auswählen und starten. Auf mich wirkt die Auswahl der zur Verfügung stehenden Aktivitäten allerdings teilweise etwas obskur. So findest du in der App etwa „Luftdruck“, „Einkaufen“, „Hammam“ oder „Gälischer Fußball“ als mögliche Work-outs.
Beim Krafttraining wusste ich hingegen nicht, ob ich die Aktivität als „Gewichtheben“, „funktionelles Training“ oder „Gymnastik“ tracken soll. Das „traditionelle Krafttraining“ sieht laut App nämlich eine hohe Intensität vor, ich wollte jedoch eher mit mittlerer Intensität trainieren.
Alternativ hast du die Möglichkeit, Aktivitäten im Nachhinein manuell nachzutragen. Dabei stehen dann wieder andere Sportarten zur Auswahl – etwas verwirrend.

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Wichtig zu wissen: Der Work-out-Modus, in dem der Smart-Ring die Herzfrequenz in kürzeren Intervallen misst, erhöht den Stromverbrauch.
Trotz der höheren Sampling-Rate zeigte der Ring im Test vor allem beim Sport deutlichere Abweichungen zur Smartwatch. Die Herzfrequenz lag zwischen beiden Geräten teils 20 Schläge auseinander, im Durchschnitt 10 Schläge pro Minute. Die Stärken des Ultrahuman Ring Air wie auch von anderen Smart-Rings liegen in meinen Augen daher eher im Erholungs- und Schlaftracking, weniger im Sport.

Ultrahuman/Garmin/Screenshots: TURN ON
Akkuleistung getestet: Im guten Mittelfeld
Die Akkulaufzeit des Ultrahuman Ring Air gibt der Hersteller mit 4 bis 6 Tagen an. Die genaue Laufzeit hängt davon ab, in welchem Modus du den Ring nutzt und wie häufig du zum Beispiel Aktivitäten im Work-out-Modus mit erhöhtem Stromverbrauch trackst.
Im Test kam ich mit meinem Ring der Größe 7 im Schnitt auf gut 4 Tage Akkulaufzeit, manchmal auch etwas mehr. Die Angabe des Herstellers ist also realistisch. Allerdings musst du das Tracking wahrscheinlich deutlich minimieren, wenn du wirklich auf 6 Tage kommen möchtest.

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Im Vergleich zur Konkurrenz liegt der Ultrahuman Ring Air im guten Mittelfeld. Der Samsung Galaxy Ring hält zwar theoretisch länger durch. In der Praxis kam ich mit dem Modell in der getesteten Größe 9 aber ebenfalls nur auf 4,5 Tage – ähnlich wie mit dem Ultrahuman Ring Air. Längere Akkulaufzeiten versprechen der Oura Ring 4 und der RingConn Gen 2. Mehr zu diesen Smart-Rings erfährst du in unserem Beitrag Smart-Rings in Tests: Aktueller Vergleich.
Geladen wird der Ultrahuman Ring Air auf dem mitgelieferten Ladepad, das weiß blinkt, wenn der Ring lädt. Grün leuchtet das Pad, wenn er voll aufgeladen ist. Das dauert je nach vorherigem Akkustand etwa 1 bis 2 Stunden.
Zusammenfassung zum Test des Ultrahuman Ring Air: Für Biohacker und Zahlen-Fans
Der Ultrahuman Ring Air ist ein Smart-Ring, der viel will und auch viel liefert – in manchen Bereichen sogar etwas zu viel. Die Anzahl an getrackten Daten und daraus resultierenden Auswertungen ist enorm und kann in meinen Augen überfordern.
Gut gefallen mir der hohe Tragekomfort und die wertvollen Einblicke in Schlaf und Erholung. Positiv finde ich außerdem, dass der Smart-Ring kein Abo erfordert und sich die Auswertungen mit den sogenannten PowerPlugs recht individuell gestalten lassen.
Eher gestört haben mich die vielen Benachrichtigungen der App und das vergleichsweise umständliche und wenig aussagekräftige Sporttracking. Eine Smartwatch ersetzt der Ring in dieser Hinsicht nicht.

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Ich empfehle den Ultrahuman Ring Air weniger als Tracking-Tool für Einsteiger. Aufgrund der Vielzahl an Daten und Analysen ist der Smart-Ring in meinen Augen eher für Biohacker oder Zahlen-Fans geeignet, die Spaß an der umfassenden Auswertung ihrer Vitalwerte haben – und sich idealerweise schon ein bisschen auskennen. Denn mit den teils fehlenden Übersetzungen ist die App nicht jeder Person zugänglich.
Einsteigern empfehle ich eher den Samsung Galaxy Ring, der einfachere Analysen bietet und etwas intuitiver zu nutzen ist. Der Ultrahuman Ring Air ist mit seiner Ausstattung eher eine Alternative zum Oura Ring 4 ohne monatliche Kosten.
Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten
Alternativen zum Ultrahuman Ring Air – alle mit guten Testergebnissen
- Eine weiterer Smart-Ring ohne Abopflicht ist der Samsung Galaxy Ring, der allerdings nur mit Android kompatibel ist. Ich konnte den Ring bereits testen und vergebe 4 von 5 Punkten im TURN ON Test des Samsung Galaxy Ring (08/24). Positiv fallen der Tragekomfort, die sehr gute Schlafanalyse und die gute Akkulaufzeit ins Gewicht. Kritisch sehe ich, dass viele Funktionen nur mit Galaxy-Smartphones nutzbar sind. Auch der hohe Preis kann abschrecken.
- Die Daten, die der RingConn Gen 2 liefert, sind ebenfalls ohne Abo in der App abrufbar. Der Smart-Ring punktet im Test von chip.de (12/24) mit seinem sehr großen Funktionsumfang, der starken Akkulaufzeit und dem im Lieferumfang enthaltenen Ladecase. Kritik gibt’s für die geringe Anzahl an Fitnessfunktionen und dafür, dass die Hauttemperatur nur während des Schlafs erfasst wird. Insgesamt reicht es dennoch für die Note „sehr gut“ (1,2).
- Bist du bereit, für die Datenauswertung eines Smart-Rings monatliche Abokosten zu zahlen, bekommst du mit dem Oura Ring 4 einen der aktuell besten smarten Ringe. Die Redaktion von nextpit.de lobt im Test (04/25) die leicht zu handhabende App, das präzise Schlaftracking und den Tragekomfort. Als Schwächen werden unter anderem das limitierte Fitnesstracking und die Abopflicht angeführt. Insgesamt gibt’s 4,5 von 5 Sternen.
Tipp: Weitere Modelle findest du in unseren Beiträgen Smart-Rings in Tests: Aktueller Vergleich und Oura-Ring-Alternativen in Tests: Aktueller Vergleich.
In diesem Video klärt TURN ON Moderator die Frage, ob sich ein smarter Ring wirklich lohnt oder ob eine Smartwatch die bessere Wahl bleibt:
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