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Gaming-PC selber bauen 2026: Kaufberatung & Empfehlungen

Lukas Rathschlag, Andreas Müller21. JANUAR 2026
Ein PC-Gehäuse mit drei beleuchteten Lüftern steht auf einem Schreibtisch, neben Monitoren und einer Tastatur in einer dunklen Umgebung.

stock.adobe.com/Alex Tihonov

Wenn du ihn selbst baust, bekommst du einen Gaming-PC für deine Bedürfnisse. Wir erläutern in unserem Ratgeber alle Bauteile eines kompletten Computers und zeigen beispielhafte Systeme, die ideal fürs Gaming sind.

Zu den Autoren: Lukas ist PC-Gamer durch und durch – er beschäftigt sich auch mit der passenden Hardware und hat gerade erst einen neuen PC aufgesetzt. Für TURN ON schreibt er über Hardware- und Gaming-Themen. Der studierte Journalist Andreas ist bei TURN ON als redaktioneller Projektleiter tätig und auch Experte für PC-Hardware, Fernsehtechnik und KI.

Zusammenfassung Gaming-PC selber bauen: Das Wichtigste in Kürze

Einen Gaming-PC selbst zusammenzustellen und aufzubauen scheint erstmal wie eine Mammutaufgabe. Doch nicht mit uns! Wir erklären dir alle wichtigen Komponenten, die du garantiert für deinen Gaming-PC brauchst. Hier findest du eine schnelle Übersicht mit preislicher Einordnung, weiter unten sind alle Bauteile im Detail erklärt. Außerdem findest du unten drei beispielhafte Systeme, die für Einsteiger, Enthusiasten und Profis geeignet sind.

  • Gehäuse: Kein PC ohne ein Gehäuse – darin bringst du deine Komponenten unter. Gehäuse sollten über genügend Lüfter an den richtigen Stellen verfügen, damit ein stetiger Luftstrom zum Kühlen der Bauteile garantiert ist. Die Cases bekommst du im Vergleich zu den anderen Komponenten recht günstig: Um die 100 Euro kannst du für ein Gehäuse einplanen.
  • Mainboard: Das Mainboard ist die Grundlage deines Gaming-PCs – es verbindet alle Komponenten miteinander. Achte hier auf die passenden Anschlüsse und den optimalen Sockel für deinen Prozessor. Die neuesten Sockel sind der AM5 für Ryzen-CPUs und Intels 1700-Sockel. Die Kosten von Mainboards bewegen sich von ca. 100 Euro bis mehrere hundert Euro.
  • Prozessor: Das Herz deines PCs. Der Prozessor führt zahlreiche Berechnungen gleichzeitig durch und ist beim Gaming wichtig für alles, was im Hintergrund passiert, und insbesondere brauchst du einen schnellen Prozessor zusammen mit der Grafikkarte für hohe Bildwiederholraten (FPS, Frames Per Second). Du solltest also möglichst aktuelles Modell verwenden, das genügend Leistung für deine Ansprüche mitbringt. Auch der Sockel des Prozessors ist entscheidend, da er zu deinem Mainboard passen muss. Da Prozessoren so zentral sind, kosten sie dementsprechend viel: mit Preisen von 200 Euro bis 800 Euro solltest du rechnen, je nach Leistung.
  • Grafikkarte: Die Grafikkarte ist die wichtigste Komponente deines Gaming-PCs – sie ist hauptverantwortlich für die flüssige Darstellung deiner Spiele und entscheidet darüber, ob du niedrige, mittlere oder hohe Grafikeinstellungen wählen kannst für eine hübsche Optik. Günstigere Grafikkarten im Preis um die 300 Euro sind für Einsteiger-PCs optimal, allerdings spürbar leistungsschwächer als Grafikkarten, die für 800 Euro und mehr über die Ladentheke gehen. Ein großer Videospeicher ab 12 GB wird immer wichtiger.
  • Arbeitsspeicher: Der Arbeitsspeicher ist neben Prozessor und Grafikkarte essenziell für deinen Gaming-PC. Damit bearbeitet dein PC nämlich mehrere Aufgaben gleichzeitig, er dient als schneller Zwischenspeicher für wichtige Systemdaten. Entsprechend solltest du auf genügend Arbeitsspeicher setzen: 16 GB sind Standard, teilweise werden für Spiele wie „Indiana Jones und der Große Kreis“ bereits 32 GB empfohlen. Für günstige PCs eignet sich noch der ältere DDR4-Standard, teure Gaming-Desktops setzen auf den aktuellen Standard DDR5. Zwischen 50 Euro und 150 Euro solltest du momentan für Arbeitsspeicher rechnen.
  • Netzteil: Damit alle Teile deines PCs mit genügend Strom versorgt werden, benötigst du ein passendes Netzteil mit genügend Watt für alle deiner Komponenten. Hier gilt: Mehr ist einfach mehr. Verbaust du ein stärkeres Netzteil, bist du bei etwaigen Upgrades von Grafikkarte und Prozessor auf der sicheren Seite. Passende Netzteile kosten zwischen 50 Euro und 200 Euro.
  • Kühlung: Die „Kühlung“ bezieht sich bei deinem Gaming-PC meist auf den CPU-Kühler. Den Prozessor kannst du entweder mit einem klassischen CPU-Lüfter herunterkühlen oder du nutzt eine leise und besonders effektive Wasserkühlung. Letztere ist aber nur etwas für Profis, die sich beim Einbau wirklich sicher sind. CPU-Lüfter kosten etwa 60 Euro, gute Wasserkühlungen zwischen 80 Euro und 200 Euro.

Eine Frau mit Kopfhörern jubelt vor einem Computer; Tastatur und Gaming-Stuhl sind im Neonlicht zu sehen.

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Gaming-PC selber bauen: Was du beachten musst

Ein Gaming-PC muss deine Anforderungen erfüllen und dein Budget berücksichtigen. Wichtig zu wissen: Die einzelnen Komponenten sind austauschbar, sodass du deinen Gaming-Rechner ganz individuell zusammenstellen und immer wieder aufrüsten kannst. So meistert er nicht nur aktuelle Spiele, sondern auch zukünftige, die mehr Leistung von der Grafikkarte fordern. Zudem kannst du die Mehrleistung in den meisten Spielen nutzen, um ein schöneres oder flüssigeres Spielerlebnis zu bekommen.

Mainboard

Das Mainboard ist der Grundbaustein, an den du alle Komponenten anschließt, sodass du einzelne Teile einfach ersetzen oder erweitern kannst. Die meisten Teile sind recht frei kombinierbar – wichtig ist allerdings, auf die Kompatibilität zum gewünschten Prozessor und Arbeitsspeicher (RAM) zu achten.

Eine Nahaufnahme einer blauen Leiterplatte mit Chips, Widerständen und Kondensatoren. Goldene Kontakte sind sichtbar.

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Wenn du einen Gaming-PC zusammenstellen möchtest, musst du vorher überlegen, welche und wie viele Komponenten du anschließen willst. Wie viele USB- und interne SATA-Anschlüsse sind notwendig? Benötigst du eine WLAN-Schnittstelle? Wie sieht es mit der Anzahl der M.2-Steckplätze für NVMe-SSDs aus?

Im besten Fall sind neben dem für die Grafikkarte weitere PCIe-Slots vorhanden, für verschiedene Erweiterungskarten wie Sound-, Capture- oder Schnittstellenkarten. Mindestens ein M.2-Steckplatz und drei Lüfteranschlüsse gehören zum modernen Standard.

Aktuell sind Mainboards mit AM5-Sockel für AMD und Sockel 1851 für Intel. Der AMD-Sockel soll noch bis zum Jahr 2027 unterstützt werden, nachdem viele Jahre lang AM4 das Maß aller Dinge war. Der Intel-Sockel 1851 dient für die Prozessorgenerationen Meteor Lake-PS, Arrow Lake-S und Arrow Lake-S Refresh. Intels vorheriger Sockel 1700 unterstützt die 12. Bis 14. Prozessorgeneration.

Prozessor

Der Prozessor (CPU) ist im Zusammenspiel mit der Grafikkarte die wichtigste Komponente für die Leistungsfähigkeit deines Gaming-PCs.

Die CPU sollte mit mindestens sechs Kernen bestückt sein. Mehr Kerne sind besser für Produktivitätsaufgaben wie Videoschnitt und Code-Kompilierung, in den meisten Spielen bringen sie nur begrenzte Vorteile. Hier kommt es eher auf die zugrunde liegende Architektur, die Leistung in Gigahertz und die Cache-Größe an.

Quadratischer Computerchip mit rosa Umrandung auf komplexer, blau beleuchteter Leiterplatte.

stock.adobe.com/Connect world

Mit besonders viel Cache und damit in zahlreichen Spielen exzellenter Performance punkten AMD-Prozessoren mit angehängtem „X3D“-Kürzel. Der für AM5-Sockel passende AMD Ryzen 7 7800X3D und der noch stärkere, aber auch teurere Ryzen 7 9800X3D führen zahlreiche Performance-Charts für Games an.

Prozessoren von Intel setzen auf Arbeitsteilung zwischen zwei verschiedenen Kerntypen auf demselben Prozessor: Die P-Cores (Performance) sind besonders leistungsstark und die E-Cores (Efficiency) sehr energieeffizient. Wenn du den PC neben Games oft für leichte Aufgaben wie einfaches Webbrowsen verwendest, könnte ein Intel-System stromsparender für dich sein. Stand Dezember 2024 liegt Intel in Sachen Gaming-Leistung jedoch deutlich hinter AMDs X3D-Chips zurück.

CPU-Kühler

Die CPU produziert vor allem bei hoher Last viel Abwärme, aktuelle Prozessoren werden gut 100 °C heiß. Um die Performance hoch und das Bauteil lange am Leben zu halten, ist eine gute Kühlung also unabdingbar.

Im Gaming-Bereich haben sich zwei Arten von Kühlern durchgesetzt: Tower-(Luft-)Kühler und Wasserkühlung. Bei letzterer sind vor allem AIOs („All-in-one“) verbreitet, die einen geschlossenen Kühlkreis bilden.

Arbeitsspeicher

Bei der Zusammenstellung deines besten Gaming-PCs spielt der schnelle Arbeitsspeicher eine wichtige Rolle. Mehr RAM sorgt für mehr Multitasking-Kapazitäten. Aktuell solltest du einen Gaming-PC mit mindestens 16 GB RAM bestücken, 32 GB sind noch besser und sehr zukunftssicher.

Die neuesten Prozessoren arbeiten am schnellsten und effektivsten mit DDR5-RAM zusammen. Intels aktuelle CPUs unterstützen auch noch den älteren und günstigeren DDR4 – je nachdem, auf welchem Mainboard du sie einsetzt. AMDs günstige Ryzen 5000-Serie von Prozessoren setzt ebenfalls noch auf die Zusammenarbeit mit DDR4. Die Nachfolger Ryzen 7000 und die Ryzen 9000-Generation arbeiten ausschließlich mit DDR5.

Auch die Geschwindigkeit des RAMs ist ausschlaggebend – gerade bei den Timings wird es aber sehr schnell technisch. Als Richtwerte: Bei DDR4-Systemen gelten 3.200 bis 3.600 Megahertz Taktrate als ideal, bei DDR5 kannst du zu Modulen mit um die 6.000 Megahertz greifen.

Nahaufnahme einer blauen Computer-RAM-Platine mit schwarzen Chips und goldenen Anschlüssen.

stock.adobe.com/LariBat

Grafikkarte

Die Grafikkarte ist noch vor dem Prozessor das wichtigste Bauteil in deinem Gaming-PC. Sie hat den größten Einfluss darauf, wie gut deine Spiele laufen. Eine Grafikkarte besteht aus einem speziellen Prozessor für Grafikberechnungen (GPU = Graphics-Processing-Unit), der aufwendig gekühlt wird, und einem Videospeicher. Der Videospeicher dient zum Zwischenspeichern von Spielelementen wie Texturen.

Zwar kann eine High-End-GPU von einem langsamen Prozessor ausgebremst werden (vor allem bei niedrigeren Auflösungen), aber insgesamt bringt mehr Grafikpower immer mehr Spielleistung. Daher ist es empfehlenswert, Budgetüberschüsse in eine bessere Grafikkarte zu investieren. Immer wichtiger wird der Videospeicher der Grafikkarte, wir empfehlen mindestens 12 GB für eine gewisse Zukunftssicherheit.

Die besten Grafikkarten findest du in unserem passenden Artikel: Beste Grafikkarten: Tests & Vergleich

Festplatte/SSD

Festplatten sind in modernen Gaming-PCs weitgehend überholt. Sie erfüllen dort nur noch einen Zweck: das Speichern großer Datenmengen abseits der Spiele und des Betriebssystems.

Nahaufnahme einer geöffneten Festplatte, daneben eine blaue Platine und RAM-Komponenten.

stock.adobe.com/TimeStopper

Windows startet und läuft viel flotter von einer SSD. Und auch bei Spielen wirst du auf die kurzen Ladezeiten, die eine SSD ermöglicht, ebenfalls nicht mehr verzichten wollen. Einige neue Spiele wie „Indiana Jones und der Große Kreis“ erfordern sogar zwingend eine SSD.

State of the Art sind NVMe-SSDs, die einem RAM-Riegel ähnlichsehen und direkt auf dem M.2-Steckplatz des Mainboards installiert werden. Die bekannten 2,5-Zoll-SATA-SSDs, die optisch eher einer Festplatte gleichen, bieten kein sehr großes Sparpotenzial mehr.

Wir empfehlen für Spiele NVMe-SSDs, denn mit dem Windows-11-Feature DirectStorage können Grafikkarten direkt auf die SSD zugreifen. Das verkürzt die Ladezeiten. Die höheren Geschwindigkeiten von NVMe-SSDs werden also von vielen neueren Spielen gut ausgenutzt.

Mindestens 1 TB sollte der Speicherplatz betragen, bei einer größeren Zahl moderner Spiele brauchst du eher mehr.

Vielleicht nutzt du deinen PC aber nicht exklusiv für Spiele. Für alle anderen Daten, bei denen es nicht auf Geschwindigkeit ankommt, wie etwa Bilder, Videos und Dokumente, ist eine herkömmliche Festplatte die preisgünstigste Speichermöglichkeit.

Netzteil

Das Netzteil versorgt alle Komponenten des Gaming-PCs mit Energie. Ein zu schwaches Netzteil kann zu Instabilität oder gar zum Abschalten des Systems führen. Wie viel Strom dein System in etwa braucht und welches Netzteil dazu passt, kannst du beispielsweise auf netzteilrechner.com herausfinden.

Modulare Netzteile mit abnehmbaren Kabeln vereinfachen den Einbau, weil du nur die Leitungen installieren musst, die du benötigst. Du kannst bei speziellen Anbietern auch individuelle Kabel kaufen, etwa in deinen Wunschfarben. Vorteile für die Performance hat die Modularität aber nicht, ist also verzichtbar.

Fazit: Gaming-PC selber bauen

Einen Gaming-PC selbst aufzusetzen ist kein Hexenwerk. Du musst dir nur vorweg im Klaren sein, welche Ansprüche du hast und wie groß dein Budget ist. Danach kannst du dann einfach die Teile auswählen, die zu deinem Wunsch-Setup passen.

Wichtig ist vor allem, dass deine Bauteile zueinander passen – ein Mainboard sollte mit dem entsprechenden Sockel für deinen Prozessor ausgestattet sein. Zusätzlich solltest du an vermeintlich „unwichtigen“ Bauteilen, wie dem Netzteil oder dem Kühler, nicht sparen. Dadurch kann dein System instabil werden und es können Probleme auftauchen. Nimm lieber etwas mehr Geld in die Hand, damit dein Gaming-PC optimal abgestimmt ist, dann hast du lange etwas von deinem schicken Desktop Marke Eigenbau.

Tipp: Dir fehlt die Zeit, Motivation oder das handwerkliche Geschick, um einen Gaming-PC selber zu bauen? Kein Problem: In unserer Bestenliste findest du die besten Gaming-PCs.

Gaming-PC selber bauen: Häufige Fragen beantwortet

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