
DisplayPort vs. HDMI: Was sind die Unterschiede und was ist besser?
Inhalt
- DisplayPort vs. HDMI: Die Stecker sind unterschiedlich
- Auflösung, Bildqualität und Bandbreite
- DisplayPort oder HDMI? Vor- und Nachteile
- Die Kabel: Einfachheit gegen Verwirrung
- DisplayPort am TV: Kommt der PC-Standard ins Wohnzimmer?
- Und was ist nun besser?
- Zusammenfassung: Die Unterschiede von DisplayPort und HDMI

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DisplayPort oder HDMI? Beide Schnittstellen haben viele Gemeinsamkeiten, jedoch gibt es auch Unterschiede, die es je nach Anwendungsszenario zu beachten gilt.
Zu den Autoren: Michael nutzt bisher lieber HDMI als DisplayPort. Er schreibt seit 2018 über Technik und begeistert sich vor allem für Smartphones, Gaming und Fernseher. Patrick ist Video-Producer für den TURN ON YouTube-Kanal und sehr technikbegeistert.
Wenn es um die Übertragung von hochauflösenden Videosignalen mit hohen Bildwiederholraten geht, konkurrieren seit Jahren zwei digitale Schnittstellen miteinander: DisplayPort und HDMI. Während sich die DisplayPort-Anschlüsse vor allem bei Desktop-PCs und Grafikkarten als Standard-Übertragungsweg durchgesetzt haben, kommt HDMI vornehmlich im TV- und Konsolen-Bereich zum Einsatz.
DisplayPort vs. HDMI: Die Stecker sind unterschiedlich
Den wohl auffälligsten Unterschied zwischen DisplayPort und HDMI gibt es bei den Steckern. Diese sind untereinander nicht kompatibel. Für DisplayPort gibt es zwei Steckergrößen mit jeweils 20 Pins: den Standard-DisplayPort-Anschluss und den Mini-DisplayPort für kleinere Geräte. Bei HDMI gibt es sogar drei Anschlussgrößen mit jeweils 19 Pins: Standard-HDMI, Mini-HDMI und Micro-HDMI.
In folgendem Video vergleicht TURN ON Moderator Jens die beiden Anschlüsse DisplayPort und HDMI:
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Auflösung, Bildqualität und Bandbreite
DisplayPort (DP) ist bereits seit der Version 1.2 von 2009 in der Lage, 4K-Videomaterial mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde und einer maximalen Bandbreite von über 17 Gigabit/Sekunde zu übertragen. In der aktuellen Version 2.1 wird 16K-Auflösung mit bis zu 60 Hertz und einer Bandbreite von bis zu 80 Gigabit/Sekunde unterstützt.
HDMI unterstützt in der aktuellen Version 2.1 4K-Gaming mit bis zu 120 Herzt und 8K-Material mit einer maximalen Bildfrequenz von 60 Hertz bei einer Bandbreite von bis zu 48 Gigabit/Sekunde. Die noch oft verwendete Version 2.0 ist jedoch auf 4K-Auflösung mit maximal 60 Bildern pro Sekunde beschränkt. Ganz frisch auf dem Markt ist seit 2026 HDMI 2.2, das Inhalte mit 4K-Auflösung mit bis zu 240 Hertz ohne Kompression übertragen kann.
DisplayPort oder HDMI? Vor- und Nachteile
Hier erfährst du die wichtigsten Vor- und Nachteile von DisplayPort und HDMI:
Vor- und Nachteile von DisplayPort
Ein großer Vorteil von DisplayPort ist die Unterstützung von sogenannten Daisy-Chains. Mit diesen lassen sich mehrere Monitore in Reihe schalten und so mit einem Rechner verbinden. Wie das funktioniert, erklären wir in unserem Beitrag Mehrere Monitore per Daisy-Chain verbinden: So funktioniert’s.
Zudem ist DisplayPort kompatibel zu anderen Anschlüssen wie VGA und USB-Type C, weshalb sich über den entsprechenden Adapter auch Monitore mit diesen Schnittstellen an eine Grafikkarte mit DisplayPort anschließen lassen.
Lange war DisplayPort auch der präferierte Anschluss von PC-Gamern mit Nvidia-Grafikkarte. Nvidia G-Sync funktionierte nämlich zunächst nur über diesen Anschluss. Mittlerweile läuft die Technik gegen Bildrisse auch über HDMI 2.1 – genau wie das AMD-Gegenstück FreeSync.
Ein Nachteil gegenüber HDMI ist die fehlende Unterstützung für Audio Return Channel (ARC). ARC erlaubt die Übertragung von Mehrkanalton vom Fernseher an die Soundbar. Außerdem ist DisplayPort nicht in der Lage, Ethernet-Daten zu übertragen. Letzteres hätte erlaubt, etwa eine Konsole lediglich durch den Anschluss an einen mit dem Internet verbundenen Smart-TV auch online zu bringen. Allerdings ist HDMI mit Ethernet weitgehend irrelevant, da heute neben Ethernet- beziehungsweise LAN-Kabel auch WLAN für schnelles Internet zum Einsatz kommt.
Vor- und Nachteile von HDMI
HDMI bietet ARC-Unterstützung sowie – je nach Kabel – auch die Möglichkeit zur Übertragung von Ethernet-Daten. Zudem lassen sich dank HDMI-CEC auch Steuerungsbefehle zwischen einzelnen Geräten via HDMI übertragen. CEC hat den Vorteil, dass du mehrere am TV angeschlossene Geräte mit nur einer Fernbedienung steuern kannst.
Daisy-Chains sind mit dem Standard allerdings nicht möglich. Alle Monitore müssen demnach eine direkte Verbindung zur Signalquelle haben.
In diesem Video verrät TURN ON Moderator Jens, worauf es bei Gaming-Monitoren ankommt:
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Die Kabel: Einfachheit gegen Verwirrung
Bei den Kabeln macht es der DisplayPort-Standard den Nutzern mit der geringeren Auswahl an Steckern deutlich leichter. DisplayPort ist immer dasselbe Kabel, die Fähigkeiten der neuen DisplayPort-Versionen liegen bei den angeschlossenen Geräten. Bei den Kabeln musst du nur auf die Verarbeitungsqualität und die Abschirmung achten.
Um die Funktion des DisplayPort-Kabels mit den neuesten Features zu garantieren, hat die Organisation Vesa die Displayport-Kabel nach ihrer maximal garantierten Bandbreite zertifiziert:
- RBR (Reduced Bit Rate): Sehr alte Kabel für minimale Auflösungen.
- HBR2 (High Bit Rate 2): Ausgelegt für den alten Standard DP 1.2 (perfekt für 1080p bei 144Hz oder 4K bei 60Hz).
- HBR3 (High Bit Rate 3): Standard für DP 1.3 und 1.4 (garantiert die Bandbreite für 4K bei 120Hz/144Hz oder 8K bei 30Hz).
- UHBR (Ultra High Bit Rate - 10 / 13.5 / 20): Die neueste Generation für DP 2.0 und 2.1. Diese extrem hochwertig abgeschirmten Kabel bewältigen bis zu 80 Gbit/s für unkomprimiertes Gaming in 8K bei 120Hz oder sogar 16K.
Bei HDMI gibt es nicht nur mehr Anschlüsse, sondern auch noch verschiedene Kabel.
| Eigenschaftsname | Veröffentlichung | Max. Bandbreite | Offizieller Name des passenden Kabels | Maximale Auflösungen & neue Features |
|---|---|---|---|---|
| HDMI 1.0 - 1.2 | 2002 – 2005 | 4,95 Gbit/s | Standard HDMI | 1080p (Full HD) @ 60 Hz / Erster digitaler Ton |
| HDMI 1.3 | 2006 | 10,2 Gbit/s | High Speed HDMI | 1080p @ 120 Hz / Deep Color (höhere Farbtiefe) |
| HDMI 1.4 | 2009 | 10,2 Gbit/s | High Speed HDMI | 4K @ 30 Hz / 3D-Video / Einführung von ARC |
| HDMI 2.0 (a/b) | 2013 | 18,0 Gbit/s | Premium High Speed HDMI | 4K @ 60 Hz / HDR (High Dynamic Range) |
| HDMI 2.1 (a/b) | 2017 – 2023 | 48,0 Gbit/s | Ultra High Speed HDMI | 4K @ 120 Hz / 8K @ 60 Hz / eARC / VRR & ALLM |
| HDMI 2.2 | 2026 | 96,0 Gbit/s | Ultra96 HDMI | 8K @ 120 Hz / 16K-Auflösungen / Extrem hohe Datenrate |
Vereinzelt finden sich im Handel noch Kabel mit Standard-HDMI 1.0 und Standard-HDMI 1.0 mit Ethernet. Diese unterstützen lediglich maximale Auflösungen von 720p oder 1080i und sind deshalb nicht zu empfehlen.
- Am unteren Ende der Leistungsskala ist zurzeit noch das High-Speed-HDMI-Kabel (HDMI 1.4) anzutreffen, das in der Lage ist, 4K-Auflösungen mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde zu übertragen.
- Das Premium-High-Speed-HDMI-Kabel (HDMI 2.0) ist bereits gut genug für HDR-Film-Streaming. Damit lassen sich 4K-Signale bei bis zu 60 Hertz übertragen.
- Für die aktuellen Konsolen PS5 und Xbox Series X/S greifst du zum Ultra-High-Speed-HDMI-Kabel (HDMI 2.1). Dieses schafft eine 4K-Auflösung bei bis zu 120 Hertz.
- Neuer und leistungsfähiger sind sogenannte Ultra-High-Speed-HDMI-Kabel, die Signale mit bis zu 8K-Auflösung bei 120 Hertz übertragen. Oder, vielleicht nützlicher, unkomprimierte 4K-Signale bei bis zu 240 Hertz.
In folgendem Video erklärt TURN ON Moderator Jens die Unterschiede zwischen den HDMI-Versionen:
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DisplayPort am TV: Kommt der PC-Standard ins Wohnzimmer?
Bislang war DisplayPort fast ausschließlich in der PC- und Monitor-Welt zu Hause. Doch das könnte sich ändern: Ein erster TV-Hersteller hat den Standard für seine Flaggschiff-LCD-Fernseher entdeckt.
Der Hisense UR9S ist nach dem Hisense U8Q der zweite TV, der neben HDMI auch DisplayPort unterstützt (diesmal offiziell). Allerdings setzt der TV nicht auf den üblichen DisplayPort-Anschluss, sondern nutzt einen USB-C-Port mit Unterstützung für DisplayPort 1.4. Darüber kannst du nicht nur deinen Laptop oder Gaming-PC mit dem TV verbinden, sondern auch dein iPad (sofern das Modell DisplayPort unterstützt).
Ein Wermutstropfen: Da nur DisplayPort 1.4 statt 2.1 unterstützt wird, sind die Vorteile gegenüber HDMI 2.1 begrenzt. Immerhin können PC-Gamer mit dem Hisense UR9S via DisplayPort die vollen 170 beziehungsweise 180 Hertz (je nach TV-Größe) bei 4K-Auflösung mit Kompression ausnutzen, was mit HDMI 2.1 allerdings auch möglich ist. Der Anschluss hat insofern wohl vor allem für die Verbindung von Smartphone oder Tablet Vorteile.
TURN ON Moderator Jens erklärt in diesem kurzen Video, welche Vorteile DisplayPort an einem TV wie dem Hisense 65UR9S konkret bringt:
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Noch ist DisplayPort in der TV-Landschaft eine Seltenheit – und verdrängen wird der Anschluss HDMI mit ziemlicher Sicherheit nicht. Allerdings könnte er für eine kleine Gruppe von Nutzern eine interessante Option werden: Gamer mit High-End-PCs. DisplayPort könnte sich aufgrund höherer Bandbreite und der Unterstützung für höhere Framerates und Auflösungen zur präferierten Wahl für Gamer mit High-End-PCs entwickeln – sofern sie ihren PC an den TV im Wohnzimmer hängen wollen.
Allerdings dürfte 2027 die neue HDMI-Version HDMI 2.2 für 4K-Gaming mit bis zu 240 Hertz bei Fernsehern zum Einsatz kommen. Abseits der Hisense-Modelle bleibt es damit eine offene Frage, ob DisplayPort bei TVs eine weitere Verbreitung finden wird.
Und was ist nun besser?
Im Bereich des Heimkinos führt hingegen kein Weg an HDMI vorbei. Blu-ray-Player, Konsolen und Set-Top-Boxen setzen durchgehend auf diesen Standard. Das liegt nicht zuletzt daran, dass HDMI Features wie ARC-Unterstützung für die Tonübertragung sowie die Übertragung von Eingabebefehlen via CEC (für die Steuerung mehrerer Geräte am TV mit derselben Fernbedienung) bietet. Ethernet via HDMI ist heute nicht mehr wichtig.
Für viele PC-Nutzer dürfte DisplayPort die erste Wahl sein. G-Sync funktioniert zwar mittlerweile auch über HDMI 2.1, allerdings erst ab der Grafikkarten-Serie GeForce RTX 30. Zockst du noch auf einer alten Nvidia-Grafikkarte, ist DisplayPort für dich Pflicht. Hast du eine neuere Grafikkarte, nimmst du wahrscheinlich auch DisplayPort – aus Gewohnheit.
Im High-End-Bereich liefert DisplayPort 2.1 im Vergleich zu HDMI 2.1 die bessere Performance. Der Anteil an Nutzern, für die das relevant ist, dürfte allerdings sehr gering ausfallen. Ob sich DisplayPort als Alternative zu HDMI im TV-Bereich etablieren kann, wird sich noch zeigen.
Hier erfährst du, was du sonst noch über Monitor-Anschlüsse wissen solltest.
Im folgenden Video verrät Jens, welche Probleme HDMI 2.1 mit sich gebracht hat:
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Zusammenfassung: Die Unterschiede von DisplayPort und HDMI
- DisplayPort und HDMI sind beide für die Übertragung von hochauflösenden Video- und Audiosignalen geeignet.
- Die Stecker beider Standards sind miteinander nicht kompatibel.
- Bei der Unterstützung von Auflösung und Bildrate konnte HDMI mit dem Standard 2.1 zwar aufholen. Der aktuelle DisplayPort-Standard 2.1 ist aber mit 16K-Auflösung (bis zu 60 Hertz) und einer Bandbreite von bis zu 80 Gigabit/Sekunde im Vorteil.
- Ab 2026 wendet sich das Blatt wieder mit HDMI 2.2, das mit 96 Gbit/s gegenüber DisplayPort 2.1 leicht vorne liegt.
- DisplayPort hat Vorteile für PC-Nutzer durch die Kompatibilität zu VGA- und USB-Type-C-Anschlüssen.
- HDMI hat seine Vorteile dank HDMI-CEC, ARC-Unterstützung und Ethernet-Übertragung vor allem im Bereich Heimkino.
- Die Technologien Nvidia G-Sync und AMD FreeSync werden mittlerweile über DisplayPort und HDMI unterstützt.
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