Nähmaschine ölen und reinigen: So gehst du vor

Sebastian Lorenz4. JANUAR 2023
Nähmaschine in Aktion

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Die regelmäßige Reinigung und das Ölen deiner Nähmaschine verlängern ihre Lebensdauer. Eine technische Wartung im Fachhandel gehört auch zu den notwendigen Maßnahmen. Wie und in welchem Turnus du deine Nähmaschine ölen und reinigen und sie zur Wartung bringen solltest, liest du hier.

Nähmaschinen regelmäßig reinigen ist wichtig

Wenn du deine Nähmaschine regelmäßig nutzt, empfiehlt sich die Reinigung und das Ölen einmal im Monat. Der Grund dafür liegt bei kleinen Verschmutzungen: Fadenreste und Staub können sich in der Maschine absetzen, wodurch die einzelnen Bauteile mehr Kraft brauchen und die Nähmaschine lauter wird.

Falls ungewohnt laute Arbeitsgeräusche schon weit vor der nächsten monatlichen Reinigung auftreten, liegt das meist darin begründet, dass die Nähmaschine stark beansprucht wurde. Eine zeitnahe Zwischenreinigung schafft Abhilfe. So läuft die Maschine zudem nicht heiß und Bauteile werden geschont.

Nähmaschine reinigen mit Pinsel

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Ein unsauberes Stichbild ist das deutlichste Anzeichen, dass eine Zwischenreinigung notwendig ist. Die Lebensdauer deiner Nähmaschine steigt durch einen achtsamen Umgang. Vor allem die mechanischen Teile arbeiten dauerhaft zuverlässig, wenn Verschmutzungen und Fremdkörper die Mechanik nicht belasten. Erinnerungen im Smartphone können dir dabei helfen, die monatliche Reinigung nicht zu vergessen.

Inspektion: Die technische Wartung der Nähmaschine

Wie beim Auto gibt es für Nähmaschinen eine Inspektion. Diese regelmäßige Wartung wird im Fachhandel durchgeführt und beinhaltet eine komplette Durchsicht der technischen Bauteile. Da es eine freiwillige Maßnahme ohne Kontrolle ist, wird sie neben der Reinigung schnell vernachlässigt.

Fadenreste in der Nähmaschine

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Die monatliche Reinigung kann eine fachliche Wartung jedoch nicht ersetzen. Wenn du deine Nähmaschine täglich nutzt, empfiehlt sich die Durchsicht alle zwei Jahre. Wenn du deine Nähmaschine seltener in Gebrauch hast, ist eine Wartung im Abstand von vier bis fünf Jahren ausreichend – unter der Voraussetzung, dass dein Gerät problemlos funktioniert. Die Bedienungsanleitung enthält weitere Informationen über Turnus und Umfang der Wartungsarbeiten.

Schritt für Schritt: Nähmaschinen gründlich reinigen

  1. Vorbereitung: Schalte deine Nähmaschine aus, lasse sie nach der Nutzung abkühlen und ziehe den Netzstecker. Für die ersten Reinigungen ist es ratsam, Fotos der Maschine und der Teile zu machen, damit du sie wieder problemlos zusammensetzen kannst.

  2. Stichplatte entfernen: Bei manchen Modellen benötigst du dazu einen Schraubendreher.

  3. Nähmaschinennadel herausnehmen: Je nach Zustand der Nadel ist es ratsam, nach der Reinigung eine neue Nadel einzusetzen.

  4. Weiteres Zubehör abnehmen: Nähfuß, Spule, Garn, Garnrollenhalter und das Greifersystem – entferne alle Teile entsprechend der Bedienungsanleitung deiner Nähmaschine sorgfältig.

  5. Grobe Vorreinigung: Wenn du diese Teile beiseitegelegt hast, entferne den groben Staub. Dafür bietet sich ein Staubsauger mit Handaufsatz oder ein Handstaubsauger an.

  6. Spule und Stichplatte: Feinen Staub in diesen Bereichen deiner Nähmaschine entfernst du mit einem Pinsel. Dieser sollte mit festen, langen Borsten bestückt sein.

  7. Wenn etwas festhängt: Fadenreste oder hartnäckige Fusseln greifst und entfernst du mit einer anatomischen Pinzette.

  8. Ein Tuch für das Zubehör: Den Nähfuß und die Stichplatte wischst du mit einem weichen Mikrofasertuch ab.

  9. Wattestäbchen: Verzichte auf die Nutzung von trockenen oder mit Öl getränkten Wattestäbchen, da sie kleine Watteteile in der Nähmaschine hinterlassen können statt sie zu entfernen.

  10. Nach der Reinigung: Wenn deine Nähmaschine nach der Reinigung nicht zusätzlich geölt wird, kannst du sie entsprechend der Bedienungsanleitung wieder vollständig zusammensetzen.

Schritt für Schritt: Nähmaschinen richtig ölen

Vorab: Nur mechanische Nähmaschinen werden geölt. Eine Computer-Nähmaschine benötigt diese Arbeitsschritte in der Regel nicht. Die Bedienungsanleitung deiner Nähmaschine gibt Aufschluss darüber, ob das Ölen von mechanischen Teilen erforderlich ist. Verwende zum Ölen nur ein spezielles harz- und säurefreies Nähmaschinenöl. Andere Öle können ranzig werden oder die mechanischen Teile verkleben.

  1. Vorbereitung: Für die Bauteile werden insgesamt nur ein paar Tropfen Öl benötigt. Wische überschüssiges, auslaufendes Öl vorsichtig mit einem Tuch weg.

  2. Greiferbahn: Sie wird innen und außen mit einem Tropfen Nähmaschinenöl benetzt.

  3. Spulenkasten/Nähmaschinenarm: Auch diese Bauteile vertragen nach der Reinigung jeweils einen Tropfen Öl.

  4. Zusammensetzen der Nähmaschine: Nachdem die mechanischen Teile frisch geölt sind, kannst du deine Nähmaschine wieder vollständig zusammensetzen.

  5. Erste Stiche: Nach dem Ölen verteilt sich das Nähmaschinenöl an den mechanischen Bauteilen. Wenn du die ersten Stiche ohne Faden auf einem unwichtigen Stück Stoff nähst, siehst du schnell, ob überschüssiges Öl austritt. Sollte etwas Öl austreten, wische es vorsichtig ab und wiederhole den Vorgang, bis deine Nähmaschine ein sauberes Stichmuster näht.

Zusammenfassung

Das monatliche Reinigen und Ölen deiner Nähmaschine kannst du selbst vornehmen. Eine technische Wartung im Fachhandel wird damit nicht ersetzt. Ihr Turnus richtet sich danach, wie häufig du deine Nähmaschine nutzt und welche Vorgaben die Bedienungsanleitung enthält. Mit unseren Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Reinigung und das Ölen kannst du die Lebensdauer deiner Nähmaschine erhöhen.

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