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So unterscheiden sich smarte Rauchmelder

Unterschied Rauchmelder

©Getty Images/slobo

Smarte Rauchmelder sorgen für mehr Sicherheit und bringen im Alarmfall vielleicht die entscheidende Sekunde mehr.

Rauchmelder können Leben retten und deswegen sind sie nicht nur hierzulande Pflicht. Sobald ein Rauchmelder Brand- bzw. Rauchgas registriert, schlägt dieser Alarm. Smarte Rauchmelder benachrichtigen das Smartphone und punkten zusätzlich durch Vernetzung.

1. Arten & Funktionsweisen von Rauchmeldern

Dabei ist die Art und Weise wie der Rauchmelder den Qualm erkennt unterschiedlich. Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Rauchmeldern:

  • Foto-optische Rauchmelder

  • Thermo-optische Rauchmelder

  • Ionisationsrauchmelder

Foto-optische Rauchmelder

© Screenshot Chris Bertko / Funktionsweise Foto-optischer Rauchmelder

Im Foto-optischen Rauchmelder wird ein Infrarotstrahl erzeugt, welcher (in klarer Luft) geradlinig durch die Rauchkammer verläuft. Gelangen Rauchpartikel in den Rauchmelder, wird der Infrarotstrahl von diesen Partikeln gebrochen und reflektiert, so dass dieser auf einen Sensor in der Rauchkammer trifft. Folglich löst der Rauchmelder Alarm aus. Die Foto-optischen Rauchmelder (oder auch foto-elektronische Rauchmelder) sind die am weitesten verbreitete Variante.

Thermo-optische Rauchmelder

Der thermo-optische Rauchmelder funktioniert in punkto „optische Raucherkennung“ genauso wie der eben beschriebene „Foto-optische-Rauchmelder“. Zusätzlich ist dieser jedoch mit einem Heißleiter ausgestattet. Das ist ein elektrisch leitendes Material, welches bei hohen Temperaturen den Strom deutlich besser leitet als bei niedrigen Temperaturen. Wird somit eine schnell ansteigende Temperatur festgestellt, würde der Wärmemelder Alarm auslösen.

Es sei jedoch angemerkt, dass Hitzemelder für Privathaushalte prinzipiell recht ungeeignet sind. Denn bis dieser einen Alarm auslöst, muss bereits eine sehr hohe Temperatur vorherrschen, was für eine bereits sehr große Ausdehnung des Brandes spricht. Der Thermo-optische Rauchmelder ist zwar eine nette Kombination aus Rauch- und Wärmemelder, macht aber praktisch keinen Unterschied zum optischen Rauchmelder. Denn lange bevor die Wärmemeldefunktion zum Tragen kommt, reagiert bereits der thermo-optische Rauchmelder auf Rauch, da quasi kein Feuer rauchfrei entsteht. Wohl aus diesem Grund sind reine foto-optische Rauchmelder deutlich verbreiteter als thermo-optische Rauchmelder. Dennoch ist zu erwähnen, dass insbesondere in der Küche – dort wo regelmäßig Wasserdampf entsteht - Hitzemelder (oder teilweise auch thermo-optische Rauchmelder) durchaus ihre Berechtigung haben!

Ionisationsrauchmelder

©Bosch

Diese Art der Rauchmelder sind extrem sensibel und reagieren bereits bei kleinsten Rauchkonzentrationen.
Im Inneren ist zwischen zwei Metallplatten ein radioaktiv strahlendes Element implementiert. Dieses strahlt Alpha- und Betastrahlen ab, die zwischen den Metallplatten ionisieren und somit einen elektrischen Stromfluss erzeugen. Bereits kleinste Mengen Rauch würden dazu führen, dass der Stromfluss abnimmt und der Rauchmelder Alarm schlägt.

Zwar ist die Strahlung im Inneren des Rauchmelders unbedenklich – solange er verschlossen bleibt, jedoch muss nicht nur der Rauchmelder via Sondermüll entsorgt werden: Im Falle eines Brandes würden die Reste des Rauchmelders unter dem Schutt begraben liegen und auch diesen verseuchen. Angesichts dessen ist klar, weshalb die Foto-optischen Rauchmelder am weit verbreitetsten sind. Eins haben jedoch allesamt gemeinsam: Sie müssen der DIN Zertifizierung EN 14604 entsprechen.

2. Gesetze & Regulierungen

Die EN 14604 ist die Europäische Produktnorm für Rauchmelder. Diese definiert Anforderungen, Prüfverfahren sowie Leistungskriterien für Rauchwarnmelder. Sie ist quasi die grundlegendste Regulierung, welcher jeder Rauchmelder entsprechen muss. Die EN14604 muss von zertifizierten Stellen durchgeführt, geprüft und genehmigt werden. Seit August 2008 ist es gesetzeswidrig Rauchmelder zu importieren, zu verkaufen oder zu benutzen die nicht der EN14604 entsprechen.

Genau hinsehen ist daher für jeden Pflicht, denn jeder Rauchmelder muss mit folgenden Angaben gekennzeichnet sein:

  • DIN EN 14604

  • Name und Adresse des Herstellers

  • Herstellungsdatum oder Fertigungsnummer

  • empfohlenes Datum für den Austausch

  • Hinweise zum Austauschen der Batterien

3. Smarte Rauchmelder

©Caliber

Auch „smarte“ Rauchmelder unterliegen diesen Bestimmungen, denn sie funktionieren wie jeder konventionelle Rauchmelder. Bei Erkennen von Rauch schlagen diese ebenso – und das auch völlig autark – akustisch Alarm. Darüber hinaus sorgen smarte Rauchmelder, dank intelligenter Vernetzung mit anderen Komponenten im Haus, für noch mehr Sicherheit und bringen vielleicht die entscheidende Sekunde mehr im Alarmfall.

So kann beim Auslösen des Rauchmelders zusätzlich eine Sirene eingeschalten werden, damit der Alarm auch in jedem Stockwerk gut hörbar ist. Zudem können Lichter eingeschalten und Jalousien sowie Türen geöffnet werden, um Fluchtwege zu sichern. Ist man indes während des Alarms nicht Zuhause, erfolgt eine Benachrichtigung auf dem Smartphone. Das sind aber nur einige wenige Anwendungsbeispiele, welche dank smarten Rauchmeldern möglich sind.