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Smart Home Licht: Der große Leuchtmittelguide

Chris Bertko13. JULI 2021
Frau mittleren Alters steht in einem Wohnzimmer und hält ein Tablet in der Hand. Sie blickt mit zufriedenem Blick auf ihre Deckenbeleuchtung und tippt auf ihrem Tablet.

Getty Images / RgStudio

Was hat es mit diesen smarten Leuchten eigentlich auf sich? Und worin bestehen die Unterschiede bei den vielen smarten Systemen? Diese und noch mehr Fragen klären wir in unserem großen Smart Home Leuchtmittelguide.

Wer erinnert sich noch an die ersten LED-Leuchtmittel? Niemand konnte sich damals vorstellen, dass diese „Funzeln“ mit ihrer geringen Lichtausbeute und dem kaltweißen Licht jemals die alt bewährten Glühbirnen ersetzen könnten. Doch inzwischen sind LEDs in jedem Haushalt zu finden und der Verkauf der guten alten Glühbirne ist sogar verboten. Und nun stehen wir vor der nächsten Generation der Leuchtmittel. Denn unser Licht wird smart.

Unser Licht wird smart und intelligent – Was bedeutet das?

© rh2010 – stock.adobe.com

Smarte Leuchtmittel brauchen genauso wie konventionelle Lampen Strom und lassen sich ebenso wie einige ihrer Vorgänger dimmen. Das besondere an smarten Leuchtmitteln ist jedoch, das diese im Sockel ein Funkmodul integriert haben. Egal, ob klassische E27 Fassung, E14 Kerzenform, der GU10 Spot oder der LED Stripe. Über das integrierte Funkmodul lassen sich die Leuchtmittel smart steuern – und das ganz ohne physikalischen Schalter.

Doch fernab von der unpraktischen Idee, das Licht nun via Smartphone App zu bedienen, birgt diese Vernetzung viele praktische Vorteile im Alltag. Denn verbunden mit einer Smart Home Zentrale (oder auch Hub genannt), kann das Licht je nach Situation gesteuert werden. Ein gutes Beispiel ist der nächtliche Gang zum „Örtchen“: Smarte Beleuchtung ermöglicht, dass sich das Licht nur minimal gedimmt einschaltet. Denn es weiß, dass es Nacht ist und du nicht geblendet werden willst.

Aber auch die Sicherheit kann smartes Licht erhöhen. Erkennt ein smarter Rauchmelder Feuer oder Rauch, schlägt dieser Alarm und kann im gleichen Augenblick das Licht im ganzen Haus einschalten.

WLAN, Z-Wave, ZigBee – Welcher Funk darf es sein?

Smart Home Licht über WLAN

Wenn du noch kein Smart Home System im Einsatz hast und direkt, ohne eine zusätzliche Bridge mit den smarten Leuchten starten willst, sind WLAN Lampen eine gute Wahl. WLAN ist quasi das Englisch unter den Funksystemen und das Smartphone sowie auch der Router verstehen es. Daher wird kein Dolmetscher benötigt. In fast jedem Haushalt findet sich heutzutage ein WLAN Router und mit genau diesem werden die WLAN Lampen, wie sie zum Beispiel im Hause Hama zu finden sind, verbunden.

Getty Images / SolStock

Alle Leuchtmittel werden mit dem heimischen WLAN Netzwerk verbunden und du kannst sie dann via App oder Sprachassistent wie dem Google Assistant oder Amazon Alexa steuern. So genügt ein „Alexa, dimm das Licht auf 60%“, wenn weniger Licht benötigt wird, oder „Alexa, Stehlampe auf grün“, wenn zum Beispiel eine Runde zocken angesagt ist.

Hast du bereits smarte Steckdosen im Einsatz, kannst du diese zusammen mit den smarten Lampen in einer sogenannten Routine verwenden. Ein „Alexa, starte Fernsehabend“ dimmt dann die smarten Leuchten herunter, taucht diese in das gewünschte Ambientlicht und schaltet die Steckdose ein, an welcher der Fernseher angeschlossen ist.

Wenn dir Sprachsteuerung oder vorprogrammierte Routinen noch nicht genug Automatisierungen sind, kannst die deine smarten WLAN-Leuchten mit dem Webautomatisierungsdienst IFTTT verwenden. IFTTT steht für „If this, then that” – oder zu deutsch: WENN dies DANN mache DAS. Ein Beispiel: Sagt die Wettervorhersage Regen vorher, könnten die bunten Lampen zum Wetterfrosch werden, indem diese blau leuchten.

Neben Hama bietet auch LIFX schön designte WLAN-Leuchten von neutralem warmweiß bis hin zu bunt und mit verschiedensten Fassungen. Das Schöne an LIFX: Die smarten Leuchten sind jedem Sprachassistenten gehörig.

Z-Wave – das größte Smart Home Ökosystem

Hast du bereits Smart Home Geräte von Bosch, Homematic IPDevolo, Technisat oder einem der weltweit 700 anderen Herstellern im Einsatz, so funken diese höchst wahrscheinlich mit Z-Wave. Dieses Funksystem bietet derzeit weltweit das größte Ökosystem an Smart Home Geräten. Das heißt, viele verschiedene Hersteller rüsten ihre Geräte mit diesem Funksystem aus und alle Geräte sind untereinander kompatibel.

Um die Geräte in ein gemeinsames Netzwerk zu bringen, bedarf es einem Z-Wave-Controller. Das kann ein Wandschalter oder eine Fernbedienung sein, doch ist die Konfiguration recht umständlich und nicht mehr zeitgemäß. Daher versteht man unter einem Controller mehr und mehr einen Smart Home Hub.

Einfach erklärt: Wir nehmen an, die Lampe spricht italienisch (Z-Wave). Daher kann sich diese nicht direkt mit dem Router oder dem Handy verständigen, da diese ja englisch (WLAN) sprechen. Es bedarf also einem Übersetzer zwischen Lampe und Router. Das ist der sogenannte Smart Home Hub, oder auch als Bridge bzw. als Smart Home Zentrale bekannt.

Der Vorteil dieser Smart Home Zentralen ist, dass diese eine Netzwerkschnittstelle zum heimischen Router bieten und so nicht nur via App konfiguriert, sondern die verbundenen Geräte gleichzeitig auch via Smartphone & Tablet App gesteuert werden können – quasi eine Brücke schlagen (engl. Bridge).

Der große Vorteil von Z-Wave: Eine gewerkeübergreifende Vernetzung. So können die smarten Leuchten direkt in Szenen mit anderen Sensoren und Aktoren agieren. Löst der eingangs genannte Rauchmelder aus, können die Lampen sofort die Fluchtwege ausleuchten und Z-Wave basierte Türschlösser oder Rollläden den Fluchtweg frei machen. Und das alles ohne der Abhängigkeit von einem Internetautomatisierungsdienst, wie es IFTTT zum Beispiel ist.

ZigBee – Der Favorit bei smarten Leuchten

Obwohl Z-Wave derzeit das größte Ökosystem bietet, scheint sich im Lichtbereich vor allem ein Funksystem durchzusetzen: ZigBee. Große Namen wie Philips Hue, Osram, IKEA, Paul Neuhaus, Paulmann und viele weitere setzten auf diesen Funkstandard. Und auch Amazon hat seinem smarten WLAN Lautsprecher in der Plus-Reihe den Zigbee Funk spendiert, so dass viele Leuchten direkt mit diesem verbunden werden können. Auch ohne zusätzliche Bridge.

Das populärste Lichtsystem hierzulande ist wohl immer noch jenes von Philips.

PHILIPS

Philips Hue

Philips Hue Leuchten erfreuen sich größter Beliebtheit, denn neben dem breiten Sortiment, punkten diese vor allem mit Zusatzfunktionen: Das Hue-Leuchtmittel Sortiment umfasst fast alle gängigen Fassungen, von E27 über E14 und GU10 und natürlich gibt es auch LED-Stripes. Und alle Leuchten gibt es sowohl in bunt, als auch in warmweiß/kaltweiß.

Darüber hinaus gibt es neben den Leuchtmitteln inzwischen auch komplette (Design-) Lampen von Philips Hue. Und an den eigenen vier Wänden ist noch lange nicht Schluss bei Philips, denn der Hersteller bietet auch ein Outdoor-Portfolio bestehend aus Laternen, Flutlichtern und mehr. Nicht zu vergessen das Zubehör von Philips Hue. So kann das Licht nicht nur via Smartphone gesteuert werden, sondern auch mit einem Schalter (dem Hue Tab) oder einem Bewegungsmelder (dem Hue Motion) gekoppelt werden.

Verbunden werden all diese Leuchtmittel, Lampen und Accessoires mit der Hue Bridge – also der Zentrale von Philips Hue. Diese erlaubt nicht nur die Steuerung der smarten Leuchten via App, sondern auch das Konfigurieren der Automatisierungen. Der Hub ermöglich zudem weitere Funktionen aus dem Hause Philips – wie zum Beispiel die Nutzung der Hue Leuchten als „Ambilight Erweiterung“ am Philips TV.

Und auch Sprachassistenten wie Google AssistantAmazon Alexa und Apples Siri werden unterstützt. Das Erfolgsrezept von Hue liegt aber wohl in seiner offenen API, also der Datenschnittstelle zu anderen Systemen. So können die Philips Hue Leuchten in viele andere Smart Home Systeme integriert werden und auch in die Automatisierungsplattform IFTTT.

© pozitivo – stock.adobe.com

Innr

Innr ist den Hue Leuchten dicht auf den Fersen. Vor allem preislich bietet dieser Hersteller aus den Niederlanden den Hue Leuchten die Stirn. Dem Leuchtmittel Sortiment steht Innr seinem Kontrahenten in nichts nach: Es gibt neben den klassischen E27 Bulbs, LED Stripes und Outdoor-Lampen. Schalter und Bewegungsmelder gibt es indes noch nicht.

Tint by Müller-Licht

Sogar in die Discounter zieht smartes Licht ein, denn Aldi machte diese Leuchtmittel bekannt. Auch die E27, E14 und GU10 Spots von tint messen sich über den Preis mit ihrem ZigBee Kontrahenten Hue. Einen eigenen Hub oder eine eigene App gibt es bei tint nicht. Man setzt voll auf die ZigBee Kompatibilität und sieht sich als perfekte Ergänzung für ZigBee Hubs wie die Hue Bridge, Schwaiger Gateway, homee oder den Osram Hub. Mit Erfolg. Für komplette Neulinge ohne smarte Hardware daheim gibt es eine Fernbedienung. Diese dient als Controller, so dass mehrere ZigBee Lampen angelernt und gesteuert werden können.

IKEA Tradfri

Auch das Möbelhaus IKEA bietet ein breites Portfolio an Leuchtmitteln an, in bunt, warmweiß, kaltweiß dimmbar und was man sich sonst noch wünscht. Ein Lampensortiment wie von Hue, gibt es nicht. Dafür aber Leuchtpaneele, Steckdosen, Bewegungsmelder und Schalter. Sogar einen Hub der natürlich alle gängigen Sprachassistenten unterstützt, inklusive Apples Siri.

Generell lässt sich aber sagen: bei warmweiß hat Philips Hue die Nase vorn. Denn die günstigen Anbieter können meist nur bis 2700 Kelvin, was zwar allgemein als warmweiß bezeichnet wird – aber Philips Hue schafft hier sogar 2200 Kelvin und kommt somit täuschend echt an eine gedimmte, konventionelle Glühbirne heran.