QD-OLED und Mini-LED: Das können die neuen Technologien

Lukas Rathschlag24. JUNI 2022

stock.adobe.com/Andrey Popov

Du suchst das bildgewaltigste Fernseherlebnis der Zukunft und willst wissen, was bei den TVs in den nächsten Jahren auf dich zukommt? Wir zeigen dir, was es mit den neuen Display-Technologien QD-OLED und Mini-LED auf sich hat.

OLED-Displays: Die Grundlagen

Um zu verstehen, was QD-OLED ist, klären wir zunächst, wie ein normaler OLED-Bildschirm funktioniert. Ein klassisches OLED-Display basiert auf sogenannten selbstleuchtenden organischen Dioden. Daher kommt der Name der Technologie: Organic Light-Emitting Diode, kurz OLED.

Die Dioden strahlen weißes Licht aus. Das weiße Licht wird durch einen Farbfilter in drei Farben aufgeteilt: Rot, Grün und Blau. Diese Farbpixel werden anschließend in vielen Millionen Kombinationen wieder zusammengesetzt und ergeben das große Farbspektrum und die starken Kontraste eines OLED-Displays.

OLED-Displays haben einen entscheidenden Vorteil: Wo das Bild kein Licht bzw. keine Farbe benötigt, schalten sich die Dioden komplett ab, was für ein sattes Schwarz sorgt.

OLED-TVs für das Heimkino-Feeling

Aber OLED-Displays stehen auch wegen verschiedener Punkte in der Kritik:

  • Beim Erzeugen der verschiedenen Farben durch Farbfilter geht viel Helligkeit verloren.

  • Sie sind nicht so lange haltbar wie LEDs.

  • Es kann ein gewisser Einbrenn-Effekt entstehen.

Der Einbrenn-Effekt fällt bei den neueren Generationen von OLED-Fernsehern kaum noch ins Gewicht, da die Hersteller viele Gegenmaßnahmen ergriffen haben. Die verringerte Haltbarkeit von OLEDs ist ihrem organischen Material geschuldet. Im Gegensatz zu LEDs, die auf anorganische Stoffe setzen, sind organische Materialien wie in OLED-TVs einem schnelleren Verfall ausgesetzt.

Die meisten dieser Probleme soll es mit den neuen QD-OLED-Fernsehern nicht mehr geben.

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QD-OLEDS: Die OLEDs mit Quantum Dots

Die neuen QD-OLED-Bildschirme arbeiten mit blauen statt weißen Leuchtdioden. Sie leuchten nicht durch einen Farbfilter hindurch, sondern durch eine Schicht aus roten und grünen Quantenpunkten (Quantum Dots, kurz QD, daher der Name QD-OLED). Diese Dots teilen die blauen OLED-Pixel in drei verschiedene Subpixel auf, die in Rot, Grün und dem grundlegenden Blau leuchten.

Wie bei Standard-OLEDs werden die Pixel anschließend kombiniert und ergeben die Farben, die du auf dem Bildschirm siehst. Diese Millionen Kombinationsmöglichkeiten sorgen für eine riesige Farbpalette, die sogar noch größer sein soll als bei herkömmlichen OLED-Displays.

Die neue Konstruktionsweise wird laut verschiedenen Herstellern eines der großen Probleme von OLED-Bildschirmen beseitigen: Das Fernsehbild soll durch die Quantenpunkte deutlich heller werden, da sie angeblich sehr energieeffizient arbeiten, sodass kaum Leuchtkraft verloren geht. Außerdem fällt der Farbfilter der klassischen OLEDs weg, was der Leuchtkraft ebenfalls zugutekommt.

QD-OLED-Displays sollen alle Vorteile von Standard-OLEDS, wie starke Farben und sattes Schwarz, mit verbesserter Helligkeit und höherer Energieeffizienz vereinen. Außerdem bietet die neue Technologie laut Herstellern eine höhereBlickwinkelstabilität. Das bedeutet: Auch wenn du schräg auf den Fernsehbildschirm schaust, hat das Bild eine gute Qualität.

Vor- und Nachteile eines QD-OLED-Fernsehers

+ Großartige Farben
+ Starker Kontrast und sattes Schwarz
+ Erhöhte Blickwinkelstabilität
+ Erhöhte Helligkeit

- Wie bei OLEDs: verringerte Haltbarkeit durch organisches Material

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Was ist Mini-LED?

Bei dieser Technologie steckt die Erklärung im Namen. In Mini-LED-Displays werden kleinste LEDs verbaut, die wie bei klassischen LED-Displays eine LCD-Schicht anstrahlen und so ein Bild erschaffen. LED steht auch hier für Light-Emitting Diode (Leuchtdiode), LCD für Liquid-Crystal-Display (Flüssigkristall-Display).

Die Mini-LEDs sind so klein, dass 10.000 und mehr von ihnen auf einem Display Platz finden. Zum Vergleich: Standard-LED-Bildschirme bestehen aus mehreren Hundert Dioden, die die LCD-Schicht beleuchten.

Die erhöhte Anzahl von Leuchtdioden bietet einige Vorteile. Beispielsweise besitzt ein Mini-LED-Display mehr sogenannte Dimming-Zonen als ein normales LED-Display. Sie funktionieren genauso wie dimmbare Lampen bzw. Leuchtmittel: Die Dioden werden je nach Bedarf heller gedreht oder abgedunkelt. Das wirkt sich positiv auf das Fernsehbild aus: Mithilfe zahlreicher Dimming-Zonen können die verschiedenen Bereiche des Bildschirms genauer ausgeleuchtet werden – Kanten zwischen dunklen und hellen Bereichen erscheinen klarer. Das erhöht den Kontrast. Die Folge: Bilder werden noch schärfer dargestellt.

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Ein weiterer Vorteil von Mini-LEDs: Der Halo-Effekt verringert sich. Er tritt auf, wenn sehr helle Objekte in dunkle Bildbereiche hineinstrahlen. Das kann beispielsweise bei Laternen oder Feuerwerken vor dunklem Nachthimmel der Fall sein. Du erkennst den Halo-Effekt an hellen Flächen, die von dem hellen Objekt ausgehen.

Aber auch Mini-LED-Bildschirme haben Nachteile bzw. Herausforderungen: Zum Beispiel muss die große Anzahl an Leuchtdioden gesteuert werden. Das erfordert eine Menge Rechenpower – und die setzt wiederum einen stärkeren Prozessor als bei herkömmlichen LED-TVs voraus. Ist der Prozessor zu schwach und kann die nötige Rechenleistung nicht erbringen, macht sich das mit längeren Reaktionszeiten des Displays bemerkbar. Das dürfte Mini-LED-Fernseher für Gamer etwas uninteressanter machen. Trotzdem ist diese Technologie eine geniale Weiterentwicklung der bestehenden LED-Displays.

Vor- und Nachteile von Mini-LED-Fernsehern

+ Höhere Kontrastrate
+ Besserer Schwarzwert
+ Verringerung des Halo-Effekts

- Gegebenenfalls längere Reaktionszeit

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