SIM-Lock

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SIM-Lock
Zusammenfassung
Beim SIM-Lock handelt es sich um die eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit eines Mobiltelefons. Mittlerweile sind fast alle Handys auf die eine oder andere Art gesperrt. Den größten Nutzen daraus ziehen die Mobilfunkanbieter. Jedes Land regelt die Handhabung des SIM-Locks auf seine eigene Weise. Häufig ist das Entsperren des Telefons jedoch möglich.

SIM-Lock hindert Ihr Handy am "Fremdgehen".

 

SIM-Lock ist…

 

Mobilfunkanbieter haben den SIM-Lock eingeführt, um die Nutzbarkeit von Mobiltelefonen auf ein bestimmtes Land oder Netz, einen einzelnen Anbieter oder eine spezielle SIM-Karte einzuschränken. SIM steht für "Subscriber Identity Module". Nur der jeweilige Anbieter selbst ist in der Lage, ein Handy, das mit SIM-Lock gesperrt ist, freizuschalten.

 

Wo kommt SIM-Lock vor?

 

Zunächst war SIM-Lock auf Prepaid-Handys beschränkt. Nach und nach begannen Mobilfunkanbieter dieses Verfahren jedoch auch auf Vertragstelefone auszudehnen. Handys ohne jegliche Art von SIM-Lock sind heute nur noch relativ selten zu finden – dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Prepaid- oder ein Vertragsgerät handelt.

 

Arten von SIM-Lock

 

Es gibt drei Arten von SIM-Lock:

 

  • SIM-Lock als Ländersperre: Das Mobiltelefon, welches mit dieser Art SIM-Lock versehen ist, funktioniert nur mit SIM-Karten aus einem bestimmten Land, manchmal auch aus einer speziellen Ländergruppe. Karten aus anderen Ländern sind in solchen Geräten nutzlos.

  • SIM-Lock als Netzsperre: Diese Art von SIM-Lock ist auch unter der Bezeichnung Netlock geläufig. Der Nutzer muss auf bestimmte Mobilfunknetze zurückgreifen, damit sein Handy funktioniert.

  • Totale SIM-Karten-Sperre: Die komplette Sperre bedeutet, dass ein Mobiltelefon ausschließlich mit einer bestimmten SIM-Karte genutzt werden kann. Wenn eine Karte beschädigt oder verloren gegangen ist, muss der Nutzer beim Anbieter eine neue, identische SIM-Karte beantragen. Ansonsten ist sein Handy wertlos, da es sich ohne entsprechende Karte zum Telefonieren nicht mehr eignet.

 

Warum SIM-Lock?

 

Vom SIM-Lock profitieren die Mobilfunkanbieter. Mit dem SIM-Lock wollen diese verhindern, dass der Nutzer entweder von einem teureren Tarif eines Providers in einen billigeren wechselt, oder dass er gar zu einem Konkurrenten abwandert.

 

Mit der Bindung des Kunden an einen bestimmten Anbieter, gleicht letzterer die Kosten wieder aus, die ihm in der Regel beim Verkauf eines Handys unter dem eigentlichen Gerätewert entstehen. Bei Vertragstelefonen gibt es zudem in fast allen Fällen eine Grundgebühr. Mit dieser stellt der Anbieter sicher, dass ihm der Kunde Gewinne einbringt, selbst wenn er das Handy nur nutzen sollte, um Anrufe zu empfangen. Meistens beträgt die Summe der monatlichen Grundgebühren, die der Nutzer innerhalb von zwei Jahren entrichtet, mehr als der Kaufpreis eines Handys ohne Vertrag. Die Rechnung der Provider geht deshalb fast immer auf.

 

Dem SIM-Lock ausgeliefert?

 

Die SIM-Karten-Sperre verfällt nach zwei Jahren oder nach Ende der Vertragslaufzeit. Der Nutzer hat nach Ablauf dieser Sperrzeit die Möglichkeit, sich an seinen Anbieter zu wenden, um eine kostenlose Aufhebung des SIM-Locks zu beantragen. Soll das Handy bereits früher entsperrt werden, kostet das in Deutschland bei allen Anbietern rund 100 Euro.

 

SIM-Lock in verschiedenen Ländern

 

In Deutschland kommt die totale SIM-Karten-Sperre am häufigsten vor. In Österreich sind Vertragshandys grundsätzlich gesperrt. Allerdings kann der Kunde auf Wunsch den SIM-Lock aufheben lassen, um als Besitzer des Geräts frei darüber verfügen zu können. Während in Ungarn der SIM-Lock Standard ist und eine Entsperrung sogar gesetzlich verboten, erließ die finnische Regierung den Beschluss, dass in ihrem Land der SIM-Lock gesetzeswidrig ist. Jedes andere Land hat ebenfalls seine eigenen Regeln und Gesetze für die Handhabung der Handy-Sperre.

 

Entfernung des SIM-Locks

 

Immer wieder kursieren Gerüchte, dass der zur Entsperrung benötigte Code mittels im Internet schwer erhältlicher Software oder Tools ermittelbar sei. Falls der Nutzer tatsächlich in der Lage ist, den aus einer langen Nummernfolge bestehenden Code zu knacken, muss er sich darüber im Klaren sein, dass damit die Garantie für das Mobiltelefon erlischt.

 

Der sicherste und einfachste Weg, den SIM-Lock zu deaktivieren, ist die Freischaltung durch den Provider. Das Verfahren gestaltet sich bei den verschiedenen Anbietern sehr ähnlich. In jedem Fall benötigt der Nutzer dafür seine IMEI-Nummer, die International Mobile Equipment Identity-Nummer. Diese befindet sich entweder auf einem kleinen Aufkleber am oder im Gerät selbst, oder in den mitgelieferten Unterlagen. Durch die Eingabe von *#06# in Ihr Handy, können Sie die IMEI ebenfalls ermitteln. Das Gerät zeigt Sie Ihnen dann auf dem Display an.

 

Freischaltung durch den Provider

 

  • T-Mobile Xtra: Dieser Anbieter ermöglicht dem Nutzer die Freischaltung per Internet oder über seine kostenpflichtige Hotline. Will der Handybesitzer sein Gerät vor Ablauf der Zweijahresfrist entsperren, muss er dafür 99,50 Euro bezahlen.

  • Vodafone CallYa: Auch hier ist die Eingabe der IMEI online oder telefonisch möglich. Die vorzeitige Entfernung des SIM-Locks kostet 100 Euro. Bei Vodafone hat der Kunde zusätzlich zu der Anfrage einen entsprechenden Antrag zu stellen, will er sein Handy vor Ablauf der zwei Jahre entsperren lassen.

  • E-Plus Free & Easy: Bei diesem Provider kann der Kunde nur eine Hotline-Nummer anrufen, um die Sperrung aufheben zu lassen. Die Kosten bei einer Entsperrung vor Ablauf der Frist belaufen sich auf 100 Euro.

  • O2 Loop: Der Nutzer zahlt hier für eine vorzeitige Aufhebung des SIM-Locks 99 Euro. Dafür muss er sich mit der Hotline in Verbindung setzen. Wie bei allen anderen Anbietern ist auch hier die Entsperrung nach zwei Jahren kostenlos.

  • Wer sein Handy bei einem Service-Provider, wie etwa MobilCom, Debitel oder Talkline, gekauft hat, sollte diesen kontaktieren, um zu erfahren, auf welchem Weg er sein Gerät vom SIM-Lock befreien kann.

 

Hat der Nutzer alle nötigen Angaben zur Freischaltung gemacht, bekommt er einen Entsperrcode entweder per Post, E-Mail oder SMS zugeschickt. Um diesen einsetzen zu können, muss er seine alte SIM-Karte aus dem Gerät entfernen und eine neue einlegen. Daraufhin wird das Mobiltelefon eine Fehlermeldung anzeigen. Die Eingabe des Freischalt-Codes ist nun möglich. Aber Vorsicht: Gibt man den Code mehrmals hintereinander falsch ein, wird das Handy für immer gesperrt.

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